Kriegsmahnmal
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Im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) hatten die Markt- und Landgemeinde St. Johann im Pongau 118 gefallene Soldaten zu beklagen. Zur Erinnerung entstand 1924 das Kriegerdenkmal aus Bronze, das der Bildhauer Georg Leisek aus Wien schuf. Die Tafel mit der Inschrift „Den Helden der deutschen Heimat“ und dem Missbrauch des Heimatbegriffes, verweist auf eine schon damals dominante deutschnationale Gesinnung. Bei den Gemeindewahlen im April 1922 erhielt die Großdeutsche Volkspartei in der Marktgemeinde die meisten Stimmen und stellte den Bürgermeister.
1936 beschloss der Salzburger Landtag einstimmig die Zusammenlegung der beiden Gemeinden St. Johann Markt und St. Johann Land. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) wurde das Denkmal um die Erinnerung an die 122 gefallenen und 80 vermissten Soldaten dieses Krieges erweitert. 1950 gestaltete der in St. Johann im Pongau lebende Bildhauer Viktor Thoma die neue Tafel in Bronze. Diese wurde auf der rechten Seite aufgestellt und die bestehende Tafel auf die linke Seite gerückt. Ehemänner, Väter, Söhne, Brüder, … statt Helden Beide Weltkriege waren Angriffskriege, im Zweiten Weltkrieg führte die nationalsozialistische Terrorherrschaft einen rassistischen Eroberungs- und Vernichtungskrieg. In den Inschriften „Den Helden der deutschen Heimat“ und „Den Helden der Heimat“ lebt die Sprache der Kriegspropaganda weiter. Die Soldaten als aktive Akteure dieser Angriffskriege werden als „Helden“ verehrt und ihr Tod als Opfer für ihre Heimat verklärt. Es ist verständlich, dass die Angehörigen um ihre Ehemänner, Väter, Brüder und Söhne trauerten und es ist auch klar, dass nicht alle der Gefallenen freiwillig in diese Kriege gezogen sind. Die Verklärung dieser sinnlosen Tode als „Heldentaten“ ist jedoch absolut unpassend, das war sie schon zur Zeit der Errichtung dieses Denkmals und das ist sie umso mehr heute. Um Zukunft gestalten zu können haben wir uns unserer Geschichte zu stellen. |
Texte (für Mahnmal und Website) verfasst von: Traudi Chalupny, Anton Maier, Robert Obermair, Annemarie Zierlinger
Übersetzung: Florian Pichler
Mitarbeit bei der Recherche und dem Verfassen der Texte: Hildegard Fraueneder (Kunsthistorikerin der Universität Mozarteum), Sandra Eberhard-Mack mit den Schülerinnen und Schülern der VIII A Klasse des BORG St. Johann/Pg., Historische Abteilung des Innenministeriums, Geschichtswerkstatt St. Johann/Pg.
Übersetzung: Florian Pichler
Mitarbeit bei der Recherche und dem Verfassen der Texte: Hildegard Fraueneder (Kunsthistorikerin der Universität Mozarteum), Sandra Eberhard-Mack mit den Schülerinnen und Schülern der VIII A Klasse des BORG St. Johann/Pg., Historische Abteilung des Innenministeriums, Geschichtswerkstatt St. Johann/Pg.
Quellen:
Kohlberger, Albert: Chronik von St. Johann im Pongau, 1983
Mooslechner, Michael: Das Kriegsgefangenenlager STALAG XVIII C „Markt Pongau“, 2011
Moser, Gerhard: St. Johann im Pongau 1855 – 1955 und darüber hinaus, 2017
Richter, Hedwig: Demokratie, eine deutsche Affäre, Verlag C. H. Beck, 2020
Stadtarchiv St. Johann/Pg.
Mooslechner, Michael: Das Kriegsgefangenenlager STALAG XVIII C „Markt Pongau“, 2011
Moser, Gerhard: St. Johann im Pongau 1855 – 1955 und darüber hinaus, 2017
Richter, Hedwig: Demokratie, eine deutsche Affäre, Verlag C. H. Beck, 2020
Stadtarchiv St. Johann/Pg.